Die Black H’mong Die Black H’mong sind eine der grössten ethnischen Gruppen in Vietnam. Sie besiedeln hauptsächlich den Norden Vietnams. Erstaunlicherweise sprechen sie ein sehr gutes Englisch, welches sie zum grössten Teil von Touristen erlernen. Wie ihr Name schon sagt, sind sie hauptsächlich schwarz gekleidet. Ihre Kleider fertigen sie selber her und färben sie mit Pflanzen (Indigo) oder mit anderen Dingen, welche ihnen von der Natur zur Verfügung gestellt werden. Die Dörfer, in denen sie leben, machen teilweise einen sehr heruntergekommenen, jedoch auch idyllischen Eindruck. Ihre Häuser sind mehrheitlich selbst gebaut und bestehen aus Holz und Stroh. Die Stromversorgung ihrer Häuser ist trotz abgelegenen Wohnorten meist gewährleistet. Die meisten Häuser haben sogar einen Fernsehanschluss und einen Fernseher. Zur Fortbewegung haben einige Motorräder oder Autos, die Mehrheit ist jedoch immer noch zu Fuss unterwegs. Die Black H’mong leben zum grössten Teil vom Reisanbau und seit einiger Zeit auch vom Tourismus. Sie verdienen daher nur sehr wenig, was man auch ihren Behausungen ansieht. Die Black Hmong sind sehr abergläubisch, daher haben sie viele Regeln, die eingehalten werden sollten. Man darf zum Beispiel nicht auf die Türschwelle eines ihrer Häuser stehen, weil dies den Eigentümern Unglück bringt. Oder man darf keine/n Black Hmong ohne sein oder ihr Einverständnis, fotografieren, weil sie glauben, dass ihnen das Abgelichtet-werden die Seele raubt. Bei den Black H’mong gibt es sehr viele junge Mütter. Das kommt daher, dass die Frauen sehr früh heiraten (müssen) und bei einsetzender Fruchtbarkeit sich auch fortpflanzen. In der Regel haben die Frauen mit 20 Jahren bereits drei Kinder. Der Ehemann wird von den Eltern ausgewählt und kann durchaus ein Verwandter sein. Wegen dieser Zwangsehen begehen viele Frauen auch Selbstmord, meistens, indem sie die Blätter einer sehr giftigen Pflanzen essen. Verheiratete Frauen tragen grosse Ohrringe, die unverheirateten kleine. Nur ca. 30 Prozent der Kinder der Black Hmong besuchen eine Schule, um eine bessere Ausbildung und damit eine Chance auf sozialen Aufsteig zu haben.
Ethnische Minderheiten
In Vietnam gehören etwa 88 % der Bevölkerung zu den Việt oder den Kin. Daneben sind 53 ethnische Minderheiten staatlich anerkannt. Alle Minderheiten außer den Hoa und den Khmer wurden unter der französischen Kolonialherrschaft als "Montagnards" (Bergvölker) zusammengefasst. Die zahlreichsten Minderheiten sind die Thai-Völker (Thái, Nùng etc.) sowie die Mýờng, Khmer und Hoa. Angehörige der Thai-Völker leben vor allem in den Bergen Nordvietnams. Sie sprechen verschiedene, mit einander eng verwandte Thai-Sprachen. Die in Vietnam als "Thái" bezeichnete Minderheit ist nicht mit dem Thai-Volk in Thailand zu verwechseln, die beiden Sprachen gehören verschiedenen Untergruppen an. Westliche Sprachwissenschaftler gliedern die Thái Vietnams meist weiter nach einzelnen Sprachen auf. Einige der Thai-Völker Vietnams sind eng verwandt oder sogar identisch mit einigen nationalen Minderheiten in China und Laos. Die Mýờng leben im Norden von Zentralvietnam und sind sprachlich eng mit den Vietnamesen verwandt. Die Khmer leben im Mekong-Delta in Südvietnam; sie sind mit der Mehrheitsbevölkerung Kambodschas identisch. Ihre gesellschaftliche Stellung ist durch die historischen Konflikte zwischen Vietnam und Kambodscha beeinträchtigt. Die Hoa (Chinesen) leben vor allem in den Städten und Küstengebieten. Die meisten Hoa sprechen kantonesisch, kleinere Gruppen sprechen Hakka, Minnnan, Chaozhou und andere Dialekte. Bis zur Volkszählung von 1979 waren sie die größte Minderheit Vietnams; bei der letzten Volkszählung im Jahr 1999 waren sie nur noch die fünftgrößte Minderheit, da seit der Wiedervereinigung Vietnams eine Abwanderungsbewegung von Hoa ins Ausland eingesetzt hat. Die kleinsten Minderheiten haben nur einige hundert Angehörige. Bei unserem Ausflug nach Sapa werden wir vor allem den Red Dzao und den Black Hmong begegnen. |